Der Weltruhm eines kleinen Giganten

War der Käfer auch für damalige Zeiten in vergleichbaren Automobilklassen motorisch eher unterdimensioniert, so war es der luftgekühlte Motor, der viele Autofans und Kunden auf den Wagen aufmerksam werden ließen. Da bei diesem Auto weder Thermostate oder Wasserpumpen, noch Kühler oder Motorenschläuche notwendig waren, versprach der Motor eine lange Laufzeit bei einfach zu haltenden Reparaturmöglichkeiten. Auch ist das Trockengewicht eines luftgekühlten Motors im Vergleich mit seinen wassergekühlten Verwandten um ein vielfaches reduziert, was den Wagen insgesamt wesentlich leichter werden ließ und die fehlenden Pferdestärke somit durch das reduzierte Gesamtgewicht locker wieder wett gemacht werden konnte.

Mit gekonnten Werbeeinsatz zu Weltruhm

Es war nicht bloß das innovative Design des Wolfsburger Käfers, der die Kunden weltweit in Scharen anlockte und die Produktionsfließbänder im Dauerschichtbetrieb am laufen hielt. Besonders die geschickt eingesetzte Werbestrategie machte das Auto über Jahrzehnte so erfolgreich. Man darf hierbei nicht vergessen, dass ein deutsches Produkt aus dem Hause Volkswagen so kurz nach dem zweiten Weltkrieg eigentlich nur wenig Chancen auf dem internationalen Handelsmarkt ausgerechnet wurden. Zu groß waren die Vorbehalte für ein Produkt aus einem deutschen Land. Im Gegensatz zu anderen Automodellen dieser Zeit verzichtete man in den Werbebotschaften weitgehend auf allzu glamouröse Anzeigen mit bunten Bildern und überdimensionierten Versprechungen, sondern konzentrierte sich auf das, was der Käfer sein sollte: Ein Auto für die ganze Familie, mit dem sowohl der Alltag erleichtert wird als auch weitere Urlaubsreisen mühelos vollzogen werden können. Die Strategie wurde zu einem vollen Erfolg, der die ganzen 1960er Jahre andauern sollte und das Auto auf dem US-amerikanischen Markt zum erfolgreichsten Auto aus dem Ausland werden lassen sollte.

Mehr Volt für den Boliden

Das erste größere Facelifting fan im Jahre 1967 statt. Der Käfer-Motor wurde auf insgesamt 1943cm3 vergrößert und bot nun eine Pferdestärke von 53, was einen deutlichen Schub im Antrieb bedeutete. Außerhalb der USA wurden jedoch noch die bestehenden kleineren Motoren mit 1200 und 1300cm3 verwendet. Eine Innovative Neuerung war das Doppelbremszylindersystem und mit Rückfahrscheinwerfern war man der Konkurenz plötzlich um Jahre voraus. Ein weiteres innovatives Novum waren innenseitig befestigte Türschlossknöpfe, die eine Türe nun auch von innen ohne Zuhilfenahme des Schlüssels garantierten und somit massiv zur Sicherheit aller Insassen beitragen konnte. Das Bordnetz wurde ab dem 1967er Modell mit 12 Volt ausgestattet und damit mit einer Leistung, die bisher nur wesentlich teureren Luxusautos vorbehalten war. Da in diesen Jahren Umweltschutz in der Automobilbranche immer mehr zum Thema gemacht wurde und in vielen Ländern Emissionskontrollen eingeführt wurden, hat man den VW Käfer bereits in der Produktionsphase auf eine zukunftsweisende Umwelttechnologie hin getrimmt und konnte so über viele Jahre lang garantieren, dass alle Vorschriften penibel eingehalten werden können.